Warum Lebensmittel nicht „detoxen“ dürfen und können

Warum Lebensmittel nicht „detoxen“ dürfen und können

Die Detox-Welle rollt durch die Supermarktregale und immer mehr Lebensmittel oder Supplements werden als „Detox“ (also als entgiftend) angepriesen. Für all diejenigen unter euch, die überlegen sich so etwas zu kaufen, habe ich hier mal eine paar Fakten zusammengesucht.

  1. Weder können Lebensmittel noch Nahrungsergänzungsmittel „detoxen“, also den Körper entgiften.
  2. Der Körper entgiftet sich selbst. Jedes Nahrungsmittel, das dem Körper Stoffe zuführt, die er braucht, also dem Körper hilft zu funktionieren, hilft dem Körper sich zu entgiften.

Was bedeutet das jetzt für „Detox“-Produkte? Ich möchte es euch am Beispiel eines Kräutertees zeigen. Am 22.05.2015 verbot die 8. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Düsseldorf dem Hersteller eines Tees, seine Kräuterteemischung, bestehend aus Brennesseln, Mate, Grüner Tee, Wacholderbeeren, Rotbusch, Löwenzahnkraut, Melisse und Pfefferminze unter der Bezeichnung „Detox“ zu verkaufen. Weiterhin stellte das Gericht fest, dass (gemäß Artikel 10 Abs. 1 HCVO) gesundheitsbezogene Angaben bei Lebensmitteln verboten sind, soweit sie nicht ausdrücklich zugelassen sind und dass es

„eine Verschlackung und entsprechende Entgiftung im Sinne der Grundannahme des Entstehens von Ablagerungen im menschlichen Körper nicht gibt.“

Das wissen natürlich auch die Hersteller, deswegen schreiben sie zwar „Detox“ und „Harmonie für Körper und Seele“ u. a. auf die Verpackung, aber das soll natürlich nicht bedeuten, dass der Tee gesundheitsfördernd sein oder „detoxen“ bzw. entgiften würde. Denn als sich der Hersteller vor Gericht äußern musste, argumentierte er, der „ vielfältig verwendete Kunstbegriff „Detox“ impliziere beim maßgeblichen, normal informierten, aufmerksamen und verständigen Durchschnittsverbraucher keinen Zusammenhang zwischen dem Tee und der Gesundheit des Verbrauchers, sondern beinhalte lediglich einen Hinweis auf eine bestimmte Lebenseinstellung, die sich im Drange des derzeitigen Wellnesstrends insbesondere durch ein Streben nach innerer Ausgeglichenheit und allgemeinem Wohlbefinden auszeichne.“

Ohne Worte.

Um es kurz zu machen, anstatt „Detox“-Produkte zu kaufen, lasst einfach etwas Geld in der Obst- und Gemüseabteilung, dann „detoxt“ euer Körper ganz von alleine und das ist jetzt sogar ein erlaubter Tipp.

 

Alle Angaben und Zitate von: http://www.justiz.nrw.de/nrwe/lgs/duesseldorf/lg_duesseldorf/j2015/38_O_119_14_Urteil_20150522.html

 

Share this post

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.